Ab dem 19. Juni 2026 gilt für alle B2C-Online-Shops eine neue gesetzliche Pflicht: der Widerrufsbutton. Die EU-Richtlinie 2023/2673 wurde in deutsches Recht umgesetzt (§356a BGB) und verpflichtet Shop-Betreiber, Verbrauchern das Widerrufen von Verträgen so einfach zu ermöglichen, wie das ursprüngliche Abschließen.
Diese Änderung betrifft nicht nur große Online-Händler, sondern ausnahmslos alle Unternehmen, die Waren oder Dienstleistungen im Fernabsatz an Verbraucher verkaufen — auch Marktplätze wie Amazon, eBay oder Etsy. Selbst Kleinunternehmer und Anbieter digitaler Güter sind nicht ausgenommen.
In diesem Beitrag erfährst du, was der Widerrufsbutton genau bedeutet, welche Anforderungen das Gesetz stellt und wie du dich rechtzeitig vorbereiten kannst.
Das Gesetz einfach erklärt
Mit §356a BGB setzt Deutschland die EU-Verbraucherrechterichtlinie (2023/2673) um. Die Kernregel ist simpel formuliert: Verbraucher müssen Verträge so einfach widerrufen können, wie sie sie abgeschlossen haben.
Die wichtigsten Eckpunkte:
- Geltungsbereich: Alle B2C-Online-Shops im Fernabsatz — unabhängig von Unternehmensgröße oder Sortiment.
- Inkrafttreten: 19. Juni 2026.
- Keine Ausnahme für digitale Güter: Auch für digitale Produkte und Downloads gilt die Pflicht.
- Marktplätze: Plattformen wie Amazon, eBay oder Etsy müssen selbst eine Lösung anbieten.
Die 5 wichtigsten Anforderungen
Das Gesetz definiert klare technische und organisatorische Pflichten:
- Widerrufsbutton im Footer (oder zentraler Stelle): Verbraucher müssen den Button finden können — auf jeder Seite des Shops. Er muss klar sichtbar und mit „Vertrag widerrufen“ oder einem gleichwertigen Begriff beschriftet sein. Begriffe wie „Stornieren“, „Kontakt“ oder „Serviceanfrage“ sind nicht zulässig.
- Online-Formular ohne Login-Pflicht: Der Widerruf muss auch für Gastbestellungen ohne Kundenkonto möglich sein.
- Bestätigungs-Button (Zwei-Stufen-Verfahren): Nach dem Absenden des Widerrufsantrags muss ein Bestätigungs-Button erscheinen.
- Automatische Eingangsbestätigung: Unverzüglich nach Eingang des Widerrufs muss sowohl der Kunde als auch der Shop-Betreiber eine E-Mail-Bestätigung erhalten.
- Kein automatisiertes Widerrufsversprechen: Die automatische Bestätigung ist keine Annahme-Erklärung. Der Shop muss den Widerruf anschließend selbst bearbeiten.
Unterschied: Widerrufsbutton vs. Kündigungsbutton
Der Widerrufsbutton wird häufig mit dem Kündigungsbutton (§312k BGB) verwechselt — dieser ist jedoch bereits seit längerem Pflicht und gilt für laufende Verträge und Abonnements (z.B. Mitgliedschaften, Abos). Der Widerrufsbutton nach §356a BGB betrifft hingegen bereits abgeschlossene Verträge — also Bestellungen. Beide Button-Pflichten bestehen unabhängig voneinander.
Was passiert, wenn du den Widerrufsbutton nicht einbaust?
Die Risiken bei Nicht-Umsetzung sind erheblich:
- Abmahnrisiko: Wettbewerber oder Verbraucherschutzverbände können abmahnen. Typische Gegenstandswerte liegen bei 1.500 bis 10.000 Euro je Verstoß.
- Verlängerte Widerrufsfrist: Bei fehlender oder nicht ordnungsgemäß umgesetzter Widerrufsfunktion verlängert sich die Widerrufsfrist auf 12 Monate und 14 Tage statt der regulären 14 Tage.
- Bußgeld: Bußgelder können bis zu 50.000 Euro betragen.
- Abmahnwellen: Erfahrungen mit dem Kündigungsbutton (§312k) zeigen, dass nach Einführung neuer gesetzlicher Button-Pflichten regelmäßig Abmahnwellen folgen.
Für wen gilt die Pflicht?
Der Widerrufsbutton gilt für alle B2C-Online-Shops im Fernabsatz — auch Marktplätze, Kleinunternehmer und Shops mit Mischsortimenten. Ausnahmen: Verträge außerhalb des Fernabsatzes sowie bestimmte Ausnahmen nach §312g Abs. 2 BGB.
Umsetzung in WooCommerce
Für WooCommerce-Shops gibt es eine bewährte Lösung: das kostenlose Plugin „EU Widerrufsbutton für WooCommerce“ von vendidero (wordpress.org). Es bietet Widerrufsformular per Shortcode, Bestätigungs-E-Mails, Admin-Oberfläche und Teilwiderruf.
Hinweis: Germanized-PRO-Nutzer haben das Feature bereits enthalten — kein Handlungsbedarf.
Die Plugin-Installation ist kostenlos — der Aufwand liegt in der fachgerechten Konfiguration. Wer sich damit nicht auskennt, sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Jetzt handeln — nicht bis Juni warten
Die Einführung des Widerrufsbuttons erfordert technische Planung, Anpassung des Shops und Tests. Wer bis Juni wartet, riskiert nicht nur eine Abmahnung, sondern auch Zeitdruck.
CMS ADMINS übernimmt die rechtssichere Einrichtung: Plugin-Installation, Konfiguration, Test und Einweisung.
- Bestandskunden: €299 (Frühbucher-Preis gültig bis 31.05.2026)
- Neukunden: €499 (Frühbucher-Preis gültig bis 31.05.2026)
- Ab 01.06.2026: €349 / €599
Neukunden erhalten dauerhaft 10 % Rabatt auf Wartungsverträge.
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Häufig gestellte Fragen
Ab wann gilt die Widerrufsbutton-Pflicht?
Ab dem 19. Juni 2026 müssen alle B2C-Online-Shops die Widerrufsfunktion bereitstellen.
Ich nutze Germanized PRO. Muss ich etwas tun?
Nein. Germanized PRO enthält das Widerrufsbutton-Feature bereits.
Ist das Plugin wirklich kostenlos?
Ja. Das Plugin „EU Widerrufsbutton für WooCommerce“ von vendidero ist kostenlos und Open Source.
Gilt die Pflicht auch für Gastbestellungen?
Ja. Der Widerruf muss auch ohne Kundenkonto möglich sein.
Ich habe bereits einen Kündigungsbutton. Reicht das?
Nein. Der Kündigungsbutton (§312k BGB) ist für laufende Abonnements, der Widerrufsbutton (§356a BGB) für Bestellungen.
Was kostet die professionelle Einrichtung?
Agenturen berechnen typischerweise 200 bis 600 Euro. CMS ADMINS bietet das einmalige Setup für €299 (Bestandskunden) oder €499 (Neukunden, Frühbucher bis 31.05.26) — danach €349/€599.
Wo finde ich weitere Informationen zum Gesetz?
Verbraucherzentrale, IT-Recht-Kanzlei, IHK.
So richtest du den Widerrufsbutton ein: In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir, wie du das kostenlose Plugin installierst, konfigurierst und testest. Jetzt lesen: Widerrufsbutton für WooCommerce einrichten.
Weiterführende Hilfe
Fragen zur Einrichtung? CMS ADMINS bietet kostenlose Erstberatung — Kontaktformular.
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Haftungsausschluss: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Die Angaben wurden sorgfältig recherchiert, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität. Für verbindliche Rechtsauskünfte wende dich bitte an einen zugelassenen Anwalt oder eine auf IT-Recht spezialisierte Kanzlei.