Der WordPress-Editor ist die Oberfläche zum Erstellen und Bearbeiten von Beiträgen, Seiten und anderen Inhaltstypen; seit WordPress 5.0 ist das standardmäßig der Block-Editor (Gutenberg).
Was bedeutet das?
Mit WordPress 5.0, veröffentlicht am 6. Dezember 2018, wurde der Block-Editor als Standard-Editor eingeführt. Der Codename „Gutenberg“ geht auf den Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, Johannes Gutenberg, zurück. Der Block-Editor ersetzt das einzelne Textfeld des früheren Editors durch ein System aus modularen Blöcken. Jeder Inhaltstyp hat seinen eigenen Block: Absatz, Überschrift, Bild, Galerie, Video, Zitat, Liste, Tabelle, Shortcode und viele weitere. Blöcke werden nacheinander in die Seite eingefügt und können einzeln konfiguriert, verschoben und wiederverwendet werden.
Der Block-Editor speichert Inhalte als wohlstrukturiertes HTML mit eingebetteten Kommentar-Markierungen, über die WordPress die einzelnen Blöcke identifiziert. Der Gutenberg-Block-Editor hat sich seitdem erheblich weiterentwickelt: Mit WordPress 5.9 kam der Full Site Editor (Site Editor), der das Bearbeiten von Theme-Templates, globalen Stilen, Kopf- und Fußzeilen direkt im Block-Editor ermöglicht. Synchronisierte Muster (früher: wiederverwendbare Blöcke) erlauben es, eine Gruppe von Blöcken einmal zu erstellen und auf beliebig vielen Seiten zu verwenden, wobei eine Änderung an einer Stelle sich auf alle Vorkommen auswirkt.
Wer den Block-Editor nicht nutzen möchte, kann über das offizielle Plugin „Classic Editor“ aus dem WordPress-Plugin-Verzeichnis zur früheren Oberfläche wechseln. Das Classic-Editor-Plugin setzt auf TinyMCE, einen WYSIWYG-Editor, der in einem einzelnen Textfeld arbeitet und Inhalte als einfaches HTML speichert. Viele Page-Builder-Themes ersetzen den Standard-Editor durch ihren eigenen visuellen Builder und blenden den Block-Editor vollständig aus.
Beispiel aus der Praxis
Sie schreiben einen neuen Beitrag über WordPress-Wartung. Im Block-Editor beginnen Sie mit einem Absatz-Block für die Einleitung. Über das Pluszeichen fügen Sie einen Überschriften-Block (H2) ein, dann mehrere Absatz-Blöcke. Für eine strukturierte Aufzählung wählen Sie den Listen-Block. Ein Bild laden Sie per Drag & Drop direkt in einen Bild-Block. Am Ende speichern Sie den Beitrag als Entwurf und klicken auf „Vorschau“, um das genaue Erscheinungsbild auf der Website zu prüfen, bevor Sie veröffentlichen. Die gesamte Arbeit erfolgt ohne eine einzige Zeile HTML-Code.
Tipp aus der Praxis
Der Block-Editor bietet Tastaturkürzel, die die Arbeit merklich beschleunigen. Die Schrägstrich-Taste (/), direkt in einem leeren Block getippt, öffnet die Blockauswahl. Mit Strg+Z (Windows) oder Cmd+Z (Mac) lassen sich Änderungen schritthaft rückgängig machen. Über Strg+Shift+, wechseln Sie in den Listenansicht-Modus, der alle Blöcke der Seite als strukturierte Hierarchie darstellt und bei langen Beiträgen die Übersicht erleichtert. Die vollständige Tastaturkürzelliste rufen Sie über das Drei-Punkte-Menü oben rechts oder mit Umschalt+Alt+H auf.