Open Source bezeichnet Software, deren Quellcode öffentlich zugänglich ist und unter einer Lizenz steht, die Nutzung, Veränderung und Weitergabe erlaubt.
Was bedeutet das?
Bei proprietärer Software darf nur der Hersteller den Code einsehen, verändern und weitergeben. Open-Source-Software dreht dieses Prinzip um: Der vollständige Quellcode ist für jeden einsehbar, und die zugehörige Lizenz räumt das Recht ein, die Software zu verwenden, zu kopieren, zu verändern und in veränderter oder unveränderter Form weiterzugeben. Die genauen Bedingungen hängen von der jeweiligen Lizenz ab.
Die Open Source Initiative (OSI) definiert zehn Kriterien, die eine Lizenz erfüllen muss, um als „Open Source“ zu gelten. Zu den bekanntesten Open-Source-Lizenzen gehören die GNU General Public License (GPL), die MIT-Lizenz und die Apache-Lizenz 2.0. WordPress wird unter der GPLv2 (oder einer späteren Version) veröffentlicht. Das bedeutet: Jeder darf WordPress herunterladen, installieren, verändern und selbst unter der GPL weitergeben. Themes und Plugins, die für WordPress entwickelt werden, müssen ebenfalls unter einer GPL-kompatiblen Lizenz stehen, da sie als abgeleitete Werke gelten.
Open Source ist nicht gleichbedeutend mit kostenlos. Viele Open-Source-Produkte werden als kommerzielle Dienste angeboten, zum Beispiel als gehostete Variante oder mit kostenpflichtigen Supportverträgen. Der Begriff „frei“ in diesem Kontext bezieht sich auf Freiheit, nicht auf Kostenfreiheit.
Beispiel aus der Praxis
WordPress selbst ist das bekannteste Beispiel für erfolgreiche Open-Source-Software im Web-Bereich. Der vollständige Quellcode ist auf GitHub und über wordpress.org abrufbar. Tausende Entwickler aus aller Welt tragen Verbesserungen, Sicherheitspatches und neue Funktionen bei. Gleichzeitig betreiben Unternehmen wie Automattic (wordpress.com) kommerzielle Dienste auf Basis derselben Open-Source-Grundlage. Auch die Datenbank MySQL, die PHP-Sprache und der Apache- oder Nginx-Webserver, auf denen WordPress läuft, sind Open-Source-Projekte.
Tipp aus der Praxis
Bei der Auswahl von Plugins und Themes für Ihre WordPress-Website lohnt ein Blick auf die Aktivität des Open-Source-Projekts: Wann wurde die letzte Version veröffentlicht? Wie viele aktive Entwickler gibt es? Ist der Support-Kanal aktiv? Ein verlassenes Open-Source-Projekt, das seit Jahren keine Updates erhalten hat, ist ein Sicherheitsrisiko, auch wenn der Code grundsätzlich offen liegt und einsehbar ist.
Verwandte Begriffe
- Quellcode – Der öffentlich zugängliche Code eines Open-Source-Projekts
- Plugin – Muss unter GPL-kompatibler Lizenz stehen
- Theme – Ebenfalls unter GPL-Lizenz, da abgeleitetes WordPress-Werk
- PHP – Open-Source-Skriptsprache, auf der WordPress aufbaut
- CMS – WordPress ist das meistgenutzte Open-Source-CMS weltweit