Ein Changelog ist eine chronologische Aufzeichnung aller nennenswerten Änderungen, Neuerungen und Fehlerbehebungen, die an einer Software zwischen zwei Versionen vorgenommen wurden.
Was bedeutet das?
Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern „change“ (Änderung) und „log“ (Protokoll) zusammen. Ein Changelog richtet sich primär an die Nutzer einer Software: Er informiert verständlich darüber, was sich in einer neuen Version geändert hat, welche Fehler behoben wurden und ob es sogenannte „Breaking Changes“ gibt, also Änderungen, die bestehende Konfigurationen, Themes oder Plugins beeinträchtigen könnten.
Das auf keepachangelog.com beschriebene Industriestandard-Format empfiehlt eine klare Einteilung pro Version in die Abschnitte: „Added“ (neue Funktionen), „Changed“ (geänderte Funktionen), „Deprecated“ (bald entfernte Funktionen), „Removed“ (entfernte Funktionen), „Fixed“ (behobene Fehler) und „Security“ (Sicherheitsrelevantes). Versionsnummern folgen dabei häufig dem Prinzip der semantischen Versionierung (Semantic Versioning, kurz SemVer): Die erste Ziffer (Major) signalisiert inkompatible Änderungen, die zweite Ziffer (Minor) neue abwärtskompatible Funktionen und die dritte Ziffer (Patch) reine Bugfixes.
Ein Changelog unterscheidet sich von einem Commit-Log, der vollständigen technischen Änderungshistorie im Versionsverwaltungssystem, dadurch, dass er für Menschen aufbereitet ist. Er soll nicht jeden einzelnen Code-Commit auflisten, sondern die wesentlichen, für den Nutzer relevanten Änderungen hervorheben und verständlich beschreiben.
Beispiel aus der Praxis
Jedes WordPress-Plugin und -Theme auf wordpress.org muss einen Changelog pflegen. Den Changelog eines installierten Plugins finden Sie im WordPress-Backend unter Plugins > Plugin-Details > Changelog. Dieser Tab zeigt die Versionshistorie mit Beschreibung der jeweiligen Änderungen. Bevor Sie ein Plugin-Update auf Ihrer Produktivwebsite einspielen, lohnt sich ein Blick in den Changelog: Enthält er Hinweise auf „Breaking change“ oder auf eine neue Mindestanforderung wie „Requires WordPress 6.5+“, sollten Sie das Update zunächst auf einer Staging-Umgebung testen. WordPress Core selbst veröffentlicht detaillierte Changelogs auf wordpress.org sowie im Entwickler-Trac-System unter core.trac.wordpress.org.
Tipp aus der Praxis
Führen Sie für Ihre WordPress-Website selbst ein internes Changelog, wenn Sie im Team arbeiten oder eine Agentur mit der Wartung betraut ist. Ein einfaches Textdokument oder eine interne Notiz-Seite genügt. Notieren Sie darin jede größere Änderung: Theme-Anpassungen, neu installierte Plugins, Konfigurationsänderungen, Server-Upgrades und Backup-Tests. Wenn Monate später ein unerklärliches Problem auftritt, kann ein solcher Verlauf die Ursache in Minuten statt in Stunden identifizierbar machen. Professionelle WordPress-Wartungsdienstleister liefern ihren Kunden in der Regel monatliche Berichte, die im Kern ein leicht lesbares Changelog der durchgeführten Wartungsarbeiten darstellen.