Der WordPress Customizer ist eine Live-Vorschau-Oberfläche in wp-admin, über die Sie Theme-Einstellungen anpassen und das Ergebnis in Echtzeit sehen, bevor Sie es veröffentlichen.
Was bedeutet das?
Der Customizer wurde mit WordPress 3.4 eingeführt und ist unter Design > Customizer erreichbar. Er teilt den Bildschirm in zwei Bereiche: links die Einstellungsfelder, rechts eine interaktive Vorschau der Website. Alle Änderungen, die Sie auf der linken Seite vornehmen, spiegeln sich sofort rechts wider. Erst ein Klick auf „Veröffentlichen“ macht sie für Besucher sichtbar. Solange Sie nicht veröffentlichen, bleibt Ihre Live-Website unverändert.
Die verfügbaren Einstellungen hängen vom installierten Theme ab. Typische Bereiche sind Website-Titel und Untertitel, Logo und Favicon, Farbpaletten, Hintergrundbilder, Schriftarten, Navigationsmenüs, Widgets und die Auswahl der Startseite. Themes registrieren eigene Sektionen über die Customizer-API; auch Plugins können dort eigene Einstellungsfelder hinterlegen. Über Darstellung > Customizer > Zusätzliches CSS können Sie eigene CSS-Regeln eingeben, ohne Dateien auf dem Server zu bearbeiten.
Mit der Einführung des Full-Site-Editings (FSE) hat sich die Rolle des Customizers verschoben. Für Block-Themes, die ab WordPress 5.9 vollständig unterstützt werden, gilt der Customizer seit WordPress 6.4 als veraltet. Block-Themes verwenden stattdessen den Site-Editor unter Design > Editor, der Layouts, Schriften und Farben direkt über globale Stile und Blöcke verwaltet. Für Classic Themes bleibt der Customizer vollständig in Betrieb und wird weiterhin gepflegt.
Beispiel aus der Praxis
Sie betreiben eine Website mit dem Classic Theme Astra. Ihr Auftraggeber wünscht sich eine neue Primärfarbe. Sie öffnen Design > Customizer > Globale Farben, ändern die Akzentfarbe von Blau auf ein gedecktes Grün und beobachten live, wie Buttons, Links und Überschriften in der neuen Farbe erscheinen. Wenn das Ergebnis gefällt, klicken Sie auf „Veröffentlichen“. Falls Sie sich unsicher sind, nutzen Sie die Funktion „Geplante Änderung“: Ein Pfeil neben der Schaltfläche ermöglicht es, einen späteren Termin zu setzen, zu dem WordPress die Änderungen automatisch veröffentlicht.
Tipp aus der Praxis
Im Customizer gibt es eine wenig bekannte Funktion für mehrstufige Freigaben: Über den Link „Teilen“ oben im Customizer-Panel können Sie eine Vorschau-URL generieren, die einen anderen angemeldeten Nutzer direkt in die aktuelle Customizer-Sitzung führt, ohne dass er etwas am Livesystem sieht. Das ist praktisch, wenn Sie einem Kunden eine Farbänderung zur Abnahme zeigen möchten, ohne sie bereits veröffentlichen zu müssen.