Das Domain Name System (DNS) ist ein weltweit verteiltes Verzeichnis, das lesbare Domainnamen wie cms-admins.de automatisch in numerische IP-Adressen übersetzt, damit Browser und Server einander im Internet finden.
Was bedeutet das?
Jeder Server im Internet ist über eine IP-Adresse erreichbar, zum Beispiel 192.0.2.1. Menschen merken sich Domainnamen jedoch deutlich leichter als Zahlenfolgen. DNS übernimmt diese Übersetzung vollständig automatisch. Wenn Sie in Ihrem Browser eine Adresse eingeben, sendet Ihr Rechner eine Anfrage an einen DNS-Resolver. Dieser durchsucht eine hierarchisch aufgebaute Infrastruktur aus Root-Nameservern, Top-Level-Domain-Servern (zuständig für .de, .com und andere Endungen) und schließlich autoritativen Nameservern, bis er die zugehörige IP-Adresse gefunden hat. Dieser Vorgang wird als DNS-Lookup bezeichnet und dauert in der Regel nur wenige Millisekunden.
Das DNS-System wurde 1987 im RFC 1035 standardisiert und ist seitdem das Rückgrat des Internets. Es arbeitet mit verschiedenen Eintragstypen, den sogenannten Resource Records. Der A-Record verknüpft eine Domain mit einer IPv4-Adresse. Der MX-Record legt fest, welcher Mail-Server E-Mails für eine Domain entgegennimmt. Der CNAME-Record setzt einen Hostnamen als Alias auf einen anderen Hostnamen. Der TXT-Record enthält beliebige Textinformationen, unter anderem für SPF- und DKIM-Einträge zur E-Mail-Authentifizierung.
DNS-Änderungen verbreiten sich nicht sofort weltweit. Die sogenannte DNS-Propagation kann zwischen wenigen Minuten und 48 Stunden dauern, da DNS-Resolver Antworten für eine bestimmte Zeit zwischenspeichern. Dieser Zeitraum wird durch den TTL-Wert (Time to Live) jedes Eintrags in Sekunden gesteuert. Ein niedriger TTL-Wert beschleunigt die Verbreitung von Änderungen, erzeugt aber mehr Anfragen an die Nameserver.
Beispiel aus der Praxis
Sie migrieren eine WordPress-Website von einem alten Hoster auf einen neuen Server. Der neue Server hat eine andere IP-Adresse. Um die Website auf den neuen Server umzuleiten, ändern Sie den A-Record Ihrer Domain beim Registrar auf die neue IP. Bis die Propagation weltweit abgeschlossen ist, erreichen manche Besucher noch den alten Server, andere schon den neuen. Wer die alte WordPress-Datenbank noch nicht vollständig übertragen hat, riskiert in dieser Übergangsphase inkonsistente Daten. Planen Sie den Wechsel daher in einer Periode geringer Besucherfrequenz, halten Sie die alte Hosting-Umgebung noch 48 Stunden aktiv und prüfen Sie den MX-Record separat, damit E-Mails unterbrechungsfrei ankommen.
Tipp aus der Praxis
Senken Sie den TTL-Wert Ihrer DNS-Einträge mindestens 24 Stunden vor geplanten Umzügen auf 300 Sekunden (5 Minuten). Nach dem Umzug können Sie den TTL wieder auf einen höheren Wert wie 3600 Sekunden setzen, um unnötige Nameserver-Anfragen zu reduzieren. Nutzen Sie öffentliche DNS-Checker-Dienste, um den Propagationsfortschritt aus verschiedenen Ländern zu verfolgen. Überprüfen Sie nach jedem Umzug nicht nur den A-Record, sondern auch MX, CNAME und TXT-Einträge, da diese oft auf den alten Nameserver zeigen und E-Mail-Zustellung oder SSL-Zertifikat-Ausstellung blockieren können.
Verwandte Begriffe
- A-Record — verknüpft eine Domain mit einer IPv4-Adresse
- MX-Record — steuert, an welchen Server E-Mails einer Domain zugestellt werden
- CNAME — setzt einen Hostnamen als Alias auf einen anderen Hostnamen
- TXT-Record — enthält Textinformationen für SPF, DKIM und andere Dienste
- DNS-Propagation — wie lange DNS-Änderungen brauchen, um sich weltweit zu verbreiten
- Domain — die menschenlesbare Adresse Ihrer Website im Internet
- Hosting — der Server, auf den DNS-Eintraege zeigen
- SSL — HTTPS-Zertifikate setzen korrekt konfiguriertes DNS voraus